{Minimalismus-Start} Schritt 9: CDs, DVDs, Bücher

Liebe Mit-Minimalisierer!

Ich war immer eine von denen, die ihr volles, gelegentlich überquellendes Bücherregal lieben. Ich schaute es gerne an, ich mochte dieses Bibliotheksgefühl, ich war gern die mit den vielen Büchern. Ich kaufte sie gerne, ich liebte es sie zu lesen, ich stellte sie froh ins Regal.

Nach unserem Umzug vor knapp acht Jahren stand das Bücherregal genau gegenüber dem Sofa. Das heißt ich sah es nun noch öfter, mein Bücherregal. Es war immer noch toll voll und überquellend. Ich freute mich. Ich war so belesen! 

Etwas unordentlicher war es jetzt allerdings schon. Das Regal wurde mit der Zeit in einigen Fächern auch von den – mittlerweile den elterlichen Lenden entsprungenen – Kindern genutzt. Und die Fächer, die eigentlich für meine Bücher waren, wurden ebenso benutzt, auch die Bücher wurden bespielt, alles wurde total ordentlich mega chaotisch beim gemeinerweise erzwungenen Aufräumen des Wohnzimmers nach dem Spiel wieder in die Fächer gestopft. Besonders schön anzusehen war es damit schon mal nicht mehr. Dafür hätte ich es ständig aufräumen müssen.

Ich würde zwar nicht sagen dass von der Erkenntnis, das Regal sei irgendwie unordentlich, ein direkter Sprung zum Minimalismus-Start erfolgte – aber diese Erkenntnis passte gut zu manch anderen Erkenntnissen, zum Beispiel die dass man viele Dinge gar nicht braucht.

Und so konnte ich mich überraschend gut von vielen, vielen, vielen Büchern verabschieden. Besonders hilfreich war hier der Ansatz, zu schauen was ich behalten möchte, nicht was ich wegtun möchte. Denn obwohl ich so viele Bücher hatte, so habe ich doch so gut wie keines zweimal gelesen. Das mache ich irgendwie nicht. In meiner Bücher-Ausmist-Runde habe ich es geschafft, nur maximal geschätzte 20% meiner Büchermenge zu behalten. (Und das ist ehrlich gesagt jetzt schon ein Weilchen her und ich sehe schon wieder welche, von denen ich mich eigentlich trennen könnte.)

Gerade bei Büchern finde ich es aber extrem schwierig, sie tatsächlich zu entsorgen. Ich kann keine Geschichten in den Müll werfen. Zum Glück gibt es aber schon ein paar Möglichkeiten, Bücher noch zur Weiterverwendung zu geben. Man darf halt nicht erwarten dass jemand angerannt kommt, sich einem an den Hals wirft und vor Freude kreischt weil man ihm eine Ladung alter Bücher angeboten hat. Meine Bücher habe ich zum Teil verschenkt durch eine Verschenk-Kiste am Gehweg vor dem Haus, zum Teil an die örtliche Bücherei gespendet (wohlgemerkt war Herr Stadtbücherei dort auch erst sehr vorsichtig, als ich aber sagte es gehe mir nicht ums Abladen sondern darum dass die Bücher noch gelesen werden, er könne sich in Ruhe die Bücher durchsehen, ich würde so lange warten und den Rest umgehend wieder mitnehmen, war es ihm doch geheuer und er hat einige seinem Bibliotheksbestand zugeführt). Der Rest kam in eine Bücherspendebox, die bei uns im Supermarkt bereit steht. Heute ist unser größtes Regal ziemlich leer geworden, und – ich kann es ja schon mal veröffentlichen – wird demnächst höchstwahrscheinlich selbst minimalisiert.

Auch CD’s und DVD’s gehören mit in dieses Kapitel. Mir persönlich fiel es noch viel weniger schwer mich von diesen zu trennen, da wir mittlerweile auf digitales Musikhören (wenn überhaupt, hier ist ja eh immer so viel Geräusch…) und internetbasiertes (hach, ich hätte so gerne „geschtriemtes“ geschrieben, so eine tolle Wortschöpfung!) Filmegucken umgestellt haben. Ich benötige dafür keinerlei Datenträger mehr und hatte keine Probleme mich hier zu trennen. CD’s und DVD’s haben wir jeweils als Paket über eine Internetauktion verkauft, allerdings sei nicht verschwiegen dass es natürlich nur wenige Euronen dafür gab. Aber ich freu mich, dass sie noch benutzt werden von jemandem, der hoffentlich mehr Mehrwert für sich daraus ziehen kann.

Und Ihr? Seid Ihr wieder mit dabei? Ich habe kein minimalisiertes Buch, keine CD, keine DVD bereut.

Aber wichtig ist zu erwähnen: Gerade Bücher sind für viele Leute (wie für mich früher) ein Heiligtum. Sie lieben sie, sie verehren sie. Wenn Du wirklich, wirklich, wirklich dazugehörst, zu diesen Leuten, dann bereichern diese Bücher Dein Leben und Du solltest sie behalten. Das ist Minimalismus! Jedem das, was ihm im Leben wichtig ist, ohne Ablenkung durch das, was ihm nicht wichtig ist.

Nur erkenne, ob es (noch) so ist, dass Dir Deine Bücher wirklich Dein Leben bereichern. Frage wirklich. Willst Du sie noch haben um des Habens willen? Willst Du sie dafür gerne weiterhin ordnen, abstauben, unterbringen, umziehen, aufbewahren, aufräumen? Oder kannst Du sie vielleicht weiterziehen lassen? Vielleicht können sie auch woanders noch viel Gutes tun.

Welcher Ansatz auch immer zu Dir passt, ich wünsche Dir dass Du genau den für Dich richtigen Weg findest, um Deinen Büchern zu begegnen, und Dich vielleicht von einigen zu verabschieden, oder um Dich ganz neu und bewusst dafür zu entscheiden, sie zu behalten. Ich kann jedenfalls sagen, ich möchte sie nicht zurück. Und erinnere mich trotzdem noch an all die schönen Geschichten, die mir nach dem Lesen im Gedächtnis geblieben sind.

Mit diesem tollen Strauß an Möglichkeiten, neue Freiheit der Gedanken zu erringen, wünsche ich Dir einen tollen Abend!

Beschwingte Grüße von – trotz minimalisierter Bücherwand sich immer noch zu Recht belesen fühlender-

Birte

Verlinkt bei EiNaB.

2 Kommentare zu „{Minimalismus-Start} Schritt 9: CDs, DVDs, Bücher

  1. Ui, ich glaube, bis ich bei Bücher-Entsorgen angekommen bin, dauert es noch einige Zeit 😉 Aber ich hab’s ja nicht eilig mit dem Minimalismus oder mit dem Weniger-Zeug besitzen, es ist mir schon mal viel wert, dass ich viel besser darin geworden bin, nicht noch mehr Zeug anzuhäufen und das Zeug, das ich besitze, auch zu benützen ;-))
    Alles LIebe, Traude

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  2. Liebe Traude, danke für Deinen Kommentar! Und ja, zum Glück geht es ja gar nicht um ein bestimmtes Tempo oder Maß an Besitzreduktion. Ich finde es aber schon sehr interessant an mir zu sehen wie sich solche Positionen im Leben ändern können. Hätte wie gesagt auch immer gesagt meine Bücher gebe ich nie weg, und nun tu ich es doch und es ist richtig.
    Auf jeden Fall wünsche ich Dir auf Deinem ganz persönlichen Weg nur das Beste!
    Liebe Grüße
    Birte

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