Zauberwort Zufriedenheit

Zufriedenheit

Hallo Ihr alle!

Natürlich verfolge und unterstütze ich gespannt die Aktivitäten derer „For Future“. Fridays For Future, Parents For Future, Scientists for Future, Artists for Furture. Ebenso Extinction Rebellion und Co. So gut ist es, dass es sie gibt! Endlich, endlich habe ich das Gefühl, dass aus den vielen kleinen Schritten vieler einzelner ein großes Ganzes wird, dass ein Schwung aufkommt, der vorher nicht da war. Ich finde das total bewegend, im wahrsten Sinne.

Neulich las ich nun über die Initiative #bloggersforfuture. Und da muss ich natürlich dabei sein! Sie läuft über den Blog livelifegreen, auf dem es um mehr Nachhaltigkeit und Achtsamkeit im (Familien-)Alltag geht. Dieses hier soll mein Beitrag zur Blogparade sein.

Und ich schreibe einfach mal über das, was mich am meisten wurmt, wenn es um „For Future“ geht. Und das sind die gefühlten tausend Einwände, die alle möglichen Leute gegen die klar auf der Hand liegenden Veränderungsbedarfe haben. Zu teuer, zu krass, schlecht für die Wirtschaft, für das Wachstum, für das Wiedergewähltwerden, zu verbotslastig, Verzicht ist doof, bringt eh nichts, außerdem gibt es gar keine menschengemachten Probleme.

Wir haben das alles zu Genüge gehört. Ich persönlich gehöre ja zu den Leuten, die nicht glauben, dass wir die betreffenden sehr wohl existenten menschengemachten Probleme in den Griff kriegen, in dem wir einfach ein paar „grüne“ Produkte entwickeln und dann mit denen so weitermachen wie wir es heute mit den „un-grünen“ tun. Ich schließe mich den Leuten an, die sagen es müsse ein sehr maßgebliches gesellschaftliches Umdenken erfolgen und eine sehr merkliche Veränderung in unser aller Verhalten. Und das ist möglich.

Und daher greife ich mir aus dem bunten Blumenstrauß dem Strauß dürrebedingt verwelkten Gestrüpps (von dem weder Mensch noch Tier satt werden kann) der Einwände hier mal den heraus:

„Verzichten ist zu krass.“

Ich rege einen neuen Blickwinkel an auf das vermeintlich böse Wort „Verzicht“ und behaupte, dass Verzicht und Zufriedenheit zusammen gehören. Klingt komisch? Lasst uns mal sehen!

Verzicht. Was heißt eigentlich Verzicht?

„Den Anspruch auf etwas nicht [länger] geltend machen, aufgeben; auf [der Verwirklichung, Erfüllung von] etwas nicht länger bestehen.“ Sagt der Duden.

So ganz von allein entdecke ich in dieser Definition jetzt schon mal nicht die Schrecklichkeit, die offenbar vielerorts sofort die Synapsen flutet, wenn das Wort „Verzicht“ erklingt.

Und Zufriedenheit? Was bedeutet „zufrieden“?

„Sich mit dem Gegebenen, den gegebenen Umständen, Verhältnissen in Einklang befindend und daher innerlich ausgeglichen und keine Veränderung der Umstände wünschend“. Sagt der Duden.

Klingt großartig, wenn Ihr mich fragt. Wäre meine Zielvorstellung für alle Lebensbereiche.

Wir leben in der eingeimpften Annahme, dass wir auf all die Annehmlichkeiten hierzulande – egal was sie für den Rest der Welt bedeuten – einen Anspruch haben, einfach so. Wir haben uns (zumindest hier, im „begünstigten“ Teil der Welt) an unseren materiell luxuriösen Lebensstil (ja, auch die Mitmenschen mit wenig Geld) so gewöhnt, dass es krass scheint, auf etwas davon einfach so zu verzichten. Wir haben uns ein Leben lang erzählen lassen, dass wir all die Dinge, Fernreisen, neue Smartphones und Co. brauchen, sonst sind wir nicht glücklich.

Aber hey, ich glaube ganz fest dass das nicht stimmt. Wir versuchen es einfach mal. Wir fangen mal irgendwo an. Wir fragen uns einfach mal, was eigentlich wirklich schlimmes passieren würde, wenn wir auf dieses oder jenes, was uns auf den ersten Blick unentbehrlich vorkommt, einfach verzichten. Wir machen mal „den Anspruch auf etwas nicht länger geltend“, wie der Duden es so schön formuliert. Wir denken es mal durch, vielleicht braucht es etwas Organisation (je nach dem was es ist), und dann tun wir es einfach. Und erlauben uns mal, es nicht schlimm zu finden. Wir erlauben uns einfach mal die Gedanken, dass es auch ohne geht.

Es geht wirklich ohne. Und in vielen Fällen sogar besser ohne. Denn sobald man sich mal entspannt hat, weil man z.B. nicht mehr nach dem neuesten Smartphone recherchieren muss, sondern ganz locker sein altes nehmen kann, weil es noch wunderbar funktioniert und weil es piepegal ist ob die anderen ein neueres haben – dann kann man einfach mit dem was man hat – zufrieden sein.

Und dann denkt noch drüber nach, dass es eigentlich ziemlich fies-krass ist, dass wir finden auf all diesen Luxus einfach so einen Anspruch zu haben, egal, was das für die Probleme in der Welt bedeutet. Das ist eigentlich viel krasser, als die Idee, auf solche ungerecht verteilten Vorteile – zu verzichten.

Und dann kommt das unschlagbare Gefühl, etwas beigetragen zu haben. Teil der Lösung zu sein statt Teil des Problems. Und das macht süchtig.

Und diese Erkenntnis – es geht ohne, und das macht auch noch ein gutes Gefühl – macht dann zufrieden.

Verzicht ist nicht böse. Verzicht macht zufrieden.

Euer Kopf mag „Verzicht“ immer noch nicht? Das wird daran liegen dass es leider negativ besetzt ist. Gleich toll wie Verzicht ist auch bewusster Konsum oder Reduktion auf das Wesentliche. Ist alles genau richtig, und macht alles zufrieden. Der Unterschied liegt in der Einstellung zum Thema. (Und: „Verzicht“ hört sich gar nicht mehr böse an, wenn man erstmal durch ihn zufrieden geworden ist…)

Wir schaffen es! Wir sind keine einzelnen, wir sind ganz, ganz viele, und ganz, ganz viele können ganz, ganz viel bewegen!

In diesem Sinne sende ich Euch optimistische Grüße!

Eure Birte

PS: Wenn Ihr jetzt wissen wollt, was Ihr tun könnt – schaut Euch hier auf der Seite um oder auf den vielen anderen Blogs zum Thema oder – mittlerweile kann man das ja zum Glück so schreiben – auch einfach im Internet, die Medien sind voll davon, jippieh!

PSPS: Ich verlinke diesen Beitrag

7 Kommentare zu „Zauberwort Zufriedenheit

  1. Liebe Birte, ich kann das alles nur bestätigen: Ein nachhaltiger Lebensstil hat nichts mit Verzicht zu tun, im Gegenteil. Ich finde es wahnsinnig entspannend und bereichernd wenn es einem völlig egal sein kann, was gerade trendy und hipp ist. Wenn man ein Leben leben DARF, das ganz einfach und unaufgeregt ist. Wenn dieses Leben einem viel Raum lässt für das, was einem wirklich wichtig ist und einem gut tut. Und das hat- in meinem Fall zumindest- absolut nichts mit Konsum zu tun. Und wenn, dann fühlt sich dieser Konsum einfach nur gut an, weil man nachhaltige, wertvolle Produkte kauft, die man mit gutem Gewissen benutzen darf und die einem sehr lange begleiten werden. Auch bei Lebensmitteln ist es die Gewissheit, dass ihre Produktion der Umwelt in allen Belangen möglichst wenig schadet und sie bio und fair erzeugt wurden.
    Ich habe wie du das Gefühl, dass sich, ganz langsam, ein Wandel bemerkbar macht. Hoffen wir, dass es wirklich so ist und dass dieser Wandel sich konstant fortsetzt und das Thema „Nachhaltigkeit“ auf der Agenda möglichst vieler, vieler Menschen steht…..
    Doch, ich bleibe optimistisch. Und ziehe einfach weiter mein Ding durch. Freue mich, weil ich der Konsumgesellschaft abgeschworen habe und unendlich viel Spass dabei empfinde, immer neue Möglichkeiten für ein nachhaltige(re)s und vereinfachtes Leben zu finden!
    Hab einen gemütlichen Sonntag, herzliche Grüsse!

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  2. Liebe Frau Hummel,
    danke für Deinen tollen Kommentar. Du hast das wunderbar in Worte gefasst und sprichst mir aus der Seele. Diesen Zwang zum „mehr-schneller-größer-weiter-neuer-toller-schicker“ abzulegen ist doch die wahre Freiheit! :o)
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und freue mich wieder von Dir zu hören!
    Liebe Grüße
    Birte

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  3. Liebe Birte, ich finde die Duden-Beschreibung zum Thema „Verzicht“ absolut treffend. Tolle Idee, dort einfach mal nachzuschlagen. Denn es geht um genau das, wenn man sein Leben verändern will: ein neues Bild, eine neue Vorstellung von einem guten Leben zu entwickeln und auf Basis dieser neuen Vision neue Wege für unser Handeln auszuprobieren. Das kann man gar nicht oft genug sagen.
    Ich habe mal ein touristisches Projekt in einem Naturpark betreut, die mit der Naturpark-Marke tolle Produkte für Natururlaub, wie „Wiesenbett“-Zelturlaub auf dem Bauernhof, hätten entwickeln können. Da die meisten Touristiker und Politiker aber über 50 Jahre alte waren, kam in ihrer Vorstellung nur die Idee von Mehrbettenhotels etc. vor. Das ist eins der grundlegenden Probleme mit denen wir bei der Veränderung zu kämpfen haben. Mit alten Denkstrukturen kann man keine neue Lösungen finden.
    LG Christiane

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  4. Liebe Birte,
    ich schließe mich da ganz Deiner meiner Meinung an. Verzicht bedeutet Zufriedenheit. Das habe ich selbst schon erlebt. Weniger ist wirklich mehr. Und ohne Verzicht wird es auch meiner Meinung nach nicht gehen.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Restwoche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  5. Liebe Brite,
    ja, ich finde auch, dass Bewegung rein kommt, dass sich etwas tut in die richtige Richtung und dass man das unterstützen muss, wo man kann.
    Wie viel Zeit hab ich gewonnen, weil ich auf manche Sachen verzichte! Wenn ich den Kasten meiner Freundin ansehe, der sich vor Sachen biegt, die sie dann waschen und zur Reinigung bringen und versorgen muss, dann kommt mir Verzicht wie ein großer Gewinn vor. Und definitiv ein Weg zu mehr Zufriedenheit und Glück.
    Danke für deinen Beitrag und die Verlinkung auf EiNaB – Einfach nachhaltig besser leben!
    Wir sind viele!
    Alles Liebe
    Brigitte

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  6. Liebe Brigitte, entschuldige die späte Antwort. Danke für Deinen Kommentar. Ich drücke allen Menschen, Tieren und Pflanzen dieser Welt die Daumen dass der Schwung bleibt und sich beschleunigt und immer mehr passiert. Liebe Grüße Birte

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  7. Lieber Wolfgang, ja, immer wieder, oder? Auch ich wünsche Dir ein nun tolles Wochenende und ein gutes Händchen morgen bei der Wahl! 🙂
    Liebe Grüße
    Birte

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